31.01.2021 Dankbar auf das eigene Leben schauen in Zeiten der Pandemie

Jubelkonfirmation in der Johanneskirche

 

Ihre Kronjuwelenkonfirmation (75-jähriges Konfirmationsgedächtnis), Gnadene (70-jähriges Konfirmationsgedächtnis) und Diamantene Konfirmation (60-jähriges Konfirmationsgedächtnis) feierten am vergangenen Sonntag (31.01.) zwei Frauen und ein Mann im Rahmen eines Gottesdienstes in der ev. Johanneskirche im Wiesbadener Stadtteil Weidenborn. Stephan Da Re, Pfarrer der Ev. Johanneskirchengemeinde, erinnerte die Jubilare an das Versprechen, das Gott ihnen in der Taufe gegeben hat und das sie in ihrer Konfirmation bekräftigt haben, und überbrachte die Grüße und Wünsche der Gemeinde.

Die Jubelkonfirmation im Zeichen des Lockdowns bezeichnete Da Re als „geistliche Stärkung in schwieriger Zeit“. „Diese Jubelkonfirmation ist anders. Die Pandemie und der Lockdown führen zu großer Verunsicherung. Es ist gut, wenn wir uns unserer Taufe und unserer Konfirmation vergewissern“, so Da Re.

 

Der Gottesdienst, der von Michael Enders musikalisch an der Orgel begleitet wurde, stand unter der Überschrift „Leben in wachsenden Ringen“ und nahm inhaltlich Bezug auf Texte des Dichters Rainer Maria Rilke. Wie ein Baum, so sei der Mensch: Er wachse Jahr für Jahr äußerlich und innerlich weiter und verwurzele sich immer tiefer im Boden. Da Re erinnerte an Ereignisse und Begebenheiten aus den vergangenen Jahrzehnten, an gute und fruchtbare Jahre, aber auch an solche mit weniger guten Lebensumständen. „In jedem Leben gibt es Schönes und Schweres und in beidem auch Wachstum. Leben ist Wachsen, Ansammlung von Erfahrung, die sich nach und nach im Inneren anlagert, wie wachsende Ringe“, so Da Re. Die Jubilare lud er dazu ein, auch mit Blick auf die kommenden Jahre auf Gott zu vertrauen, auch wenn man nicht wissen könne, wie es werden wird und wie viele Jahresringe sich noch um unser Leben legen werden.

24.01.2021 Lebensmittel retten, gemeinsam kochen und gemeinsam essen

Mittagstisch-Projekt „Dreierlei“ von der Amos-Stiftung ausgezeichnet

 

Ein Preisgeld von 1000 Euro geht an das Mittagstisch-Projekt „Dreierlei“, das unter anderem von der Ev. Johanneskirchengemeinde Wiesbaden organisiert wird, und das am vergangenen Sonntag (24.01.) von der Amos-Stiftung ausgezeichnet wurde. Pfarrer Christian Fischer aus dem Vorstand erklärt: „Als Christen ist uns soziale Gerechtigkeit wichtig. Dazu gehört der Einsatz für die Menschen in Wiesbaden, die in besonderer Weise auf Unterstützung durch andere angewiesen sind. Gerade in der Corona-Pandemie war und ist das Engagement für arme und ausgegrenzte Menschen eine besondere Herausforderung.“

 

Lebensmittel retten, gemeinsam kochen und gemeinsam essen – das ist das Motto des Projekts „Dreierlei - Lebendiger Mittagstisch im Weidenborn“.

 

An jedem 1. Freitag im Monat findet der Mittagstisch abwechselnd in den Räumen der evangelischen Johanneskirchengemeinde, der katholischen Gemeinde St. Michael und des Wohnprojektes Horizonte statt.

 

Das Besondere: Durch die Kooperation mit der Lebensmittelrettung Wiesbaden werden Lebensmittel verwertet, die von den Supermärkten aussortiert werden, aber noch bedenkenlos verzehrt werden können. So ergibt sich das jeweilige Menü immer erst in den Tagen vor der Veranstaltung und ist abhängig von den jeweiligen Lebensmittelspenden.

 

Mit „Dreierlei“ soll aber nicht nur der Umgang mit Lebensmitteln hinterfragt und auf das Problem der Lebensmittelverschwendung und -vernichtung aufmerksam gemacht werden, es sollen auch Menschen zusammengebracht werden, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden: Alleinerziehende, alleinlebende Menschen und Paare, Berufstätige in ihrer Mittagspause und Senioren, aber auch Bedürftige, die keine Tafel-Berechtigung haben.

 

Die Resonanz sei groß, sagt Pfarrer Stephan Da Re von der Johanneskirchengemeinde: „An jedem Treffen nehmen im Schnitt 30 bis 35 Personen teil.“ Gemeinsam mit Franziska Wendrich von der Lebensmittelrettung Wiesbaden, die einmal pro Woche auch auf dem Kirchplatz Lebensmittel verteilt, hat Da Re den Preis der Stiftung im Rahmen eines Gottesdienstes in der ev. Kirche Dotzheim entgegengenommen.

 

Aufgrund der pandemiebedingten Abstandsregeln und Kontaktreduzierungen finden aktuell keine Treffen statt. Alle Beteiligten hoffen aber, dass das bald wieder möglich sein wird.

 

„Der Preis der Amos-Stiftung stärkt uns den Rücken und ist gleichzeitig eine Anerkennung des Engagements der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer", so Pfarrer Da Re. Das Preisgeld wolle man in Küchenutensilien investieren und in ein gemütliches Treffen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Dankeschön –  sobald dies wieder möglich ist.

 

Gemeinsam mit „Dreierlei“ wurde der SkF AnziehTreff ausgezeichnet. Hier können schwangere Frauen und Mütter aus Wiesbaden mit geringem Einkommen kostenlos gespendete Schwangerschafts-, Baby- und Kinderkleidung sowie Kinderausstattung erhalten.

 

Alle Beteiligten zeigten sich hoch erfreut über die Würdigung und Wertschätzung ihrer größtenteils ehrenamtlichen Arbeit.

 

Die Amos-Stiftung

 

Die ökumenische Stiftung Amos - Stiftung für Arme und Ausgegrenzte - wurde im Jahr 2014 unter dem Dach des Evangelischen Dekanats Wiesbaden gegründet. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Initiativen in Wiesbaden zu würdigen, die sich in besonderer Weise für Arme und Ausgegrenzte in der Stadt einsetzen. Zustiftungen und Spenden sind willkommen unter Spendenkonto:  

 

IBAN: DE67 5206 0410 0004 1204 26
BIC: GENODEF1EK1

23.01.2021 Prominenter Besuch im Weidenborn

Bernie Sanders auf dem Turm der Johanneskirche

 

Der heimliche Star der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden am vergangenen Mittwoch (20.01.) in Washington war dessen Mitbewerber und Senator von Vermont, Bernie Sanders. Dieser zeigte sich aufgrund der niedrigen Temperaturen (4 Grad) dick eingepackt, wobei insbesondere seine selbst gestrickten Handschuhe ins Auge fielen. Auch seine restliche Kleidung hob sich deutlich von dem sonst eher elegant gehaltenen Stil der anderen Gäste ab. Das Internet explodierte förmlich mit Bernie-Memes, bei denen „Bernie“ neben anderen prominenten Personen oder an besonderen Orten platziert wurde. Auf diese Weise entstanden Bilder, die zum Schmunzeln einluden. Auch auf dem Turm der Johanneskirche wurde Bernie gesichtet, wie das Foto beweist.

 

Bernie Sanders nutzte die Aktion übrigens, um den Erlös aus einem umfangreichen Angebot an Merchandise-Produkten zu 100% sozialen Zwecken zuzuführen. Eine tolle Geste und der Beweis: Bernie hat Humor.

16.01.2021 Konfirmandenarbeit im Zeichen des Lockdowns

Jugendliche erkunden die Zeit Jesu

 

Konfirmandenarbeit während des Lockdowns, in dessen Zuge auch der Präsenzunterricht in den Schulen aufgehoben wurde, steht vor besonderen Herausforderungen. Aus der Not eine Tugend haben die beiden Pfarrer Stephan Da Re von der Ev. Johanneskirchengemeinde und Dr. Holger Saal von der Ev. Marktkirchengemeinde gemacht. Beiden war schnell klar, dass der Kontakt zu ihren Konfirmandinnen und Konfirmanden jetzt nicht einfach abreißen dürfe.

 

So luden sie die 13 Jugendlichen, die im Mai konfirmiert werden sollen, am vergangenen Samstag (16.01.) zu einer Audio-Reise mit Interviews von Zeitgenoss*innen Jesu vor 2000 Jahren ein. Rabbi oder Prophet, Wanderprediger und Wunderheiler, gescheiterter Rebell, Messias-Christus? Was dachten die Leute über diesen Menschen, nach dem unsere Zeitrechnung gezählt wird? Was würden verschiedene gesellschaftliche Gruppen seiner Zeit zu ihm zu sagen haben? Über vorgegebene QR-Codes konnten die Konfis in die Lebenswelt der Menschen von damals eintauchen und begegneten Anhängern und Gegnern, Begeisterten und Gleichgültigen, Fragen und Antworten.

 

Darüber hinaus recherchierten sie in journalistischer Manier, was es mit den wichtigsten religiösen und politischen Gruppen der damaligen Zeit auf sich hatte. Was haben die einzelnen Gruppen gemeinsam, was unterscheidet sie? Welche Haltung nehmen sie politisch ein, zum Beispiel zur Besatzung der Römer? Welche religiöse Sondermeinung vertreten sie? Welche politischen oder religiösen Gruppen heute könnte man mit einzelnen dieser Standpunkte vergleichen?

 

„Digitale Formen der Konfirmandenarbeit ergänzen die analoge Arbeit, wenngleich sie persönliche Begegnungen nicht ersetzen können. Schon deshalb hoffen wir, dass wir die Konfis bald wiedersehen, mit Abstand und Maske“, so Da Re. Da Res Kollege Saal ergänzt: „Die bisherigen Einschränkungen haben uns nicht daran gehindert, für die Jugendlichen ein gutes Angebot zu machen. Das wird auch in den kommenden Monat der Fall sein.“